25 Jahre Unterstützung für die Operette

Das Förderforum kann zwar mit dem nahenden 70. Geburtstag der Staatsoperette nicht mithalten, es wird am 23.September erst jugendliche 25 Jahre alt - aber es hat einen wichtigen Beitrag für den Umzug der Operette ins Zentrum geleistet.

Jochim Thietz-Bartram nahm dies anlässlich der diesjährigen Saisoneröffnung zum Anlass, einige Sternstunden der vergangenen 25 Jahre in Erinnerung zu rufen und einen naturgemäß kurzen Blick auf die Zukunft zu richten.

Die Hamburger haben ein ganz besonderes Verhältnis zur Operette. Da nimmt es nicht wunder, dass sich eingedenk der Städtepartnerschaft Hamburg-Dresden am 14. August 1992 sechzehn Personen im Dresdner Hotel Bellevue einfanden, um den Verein „Dresdner Operettenforum“ aus der Taufe zu heben, der schließlich mit seiner Eintragung im Vereinsregister des Dresdner Kreisgerichts am 23.September1992 Rechtsfähigkeit erlangte. Nach der Fusion mit dem 2002 gegründeten Förderforum im Jahre 2009 sei von diesem Namen noch der Teil – forum, jetzt Förderforum, übrig geblieben.

Die Namensgebung sei zunächst umstritten gewesen, jedenfalls habe sich der Name „Dreforette“, ein Akronym für „Dresdner Forum für Operette“, nicht durchsetzen können. Große Einigkeit habe allerdings gleich bei der Zweckbestimmung des Vereins bestanden. Dieser sollte in der Förderung der Völker-verständigung und der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur bestehen  und insbesondere durch Unterstützung der Staatsoperette Dresden verwirklicht werden. Dazu habe man so schöne Formulierungen gewählte wie: Verbreitung sächsischen Kulturguts in Europa und in der Welt, besonders auf dem Gebiet der Operette, zur Vermehrung des Wissens über andere Völker, der zwischen-menschlichen Begegnung und zur Vertiefung der Einsicht in die Vorteile friedlichen Zusammenlebens, denn Musik kennt keine Sprachbarrieren und wird überall verstanden -  ein gerade heute wieder erinnerungswürdiges Unterfangen.

Umgesetzt sei dies unter anderem geworden durch einen Austausch mit dem Operettentheater in Lom Bulgarien im Jahre 2000 und durch die Förderung der Tournee der Staatsoperette nach Dänemark vom 5.bis 11.Oktober 2002 inHöhe von 39.000 Euro.

 Kaum war die Operette aus Dänemark zurück, eröffnete der Oberbürgermeister Roßberg die Absicht, die Staatsoperette aus dem städtischen Haushalt herauszunehmen und die Operette zum 01.August 200 zu schließen

Die Entrüstung sei groß gewesen und habe nicht nur zu einem Apell-Brief des Dresdner Operettenforums an den Oberbürgermeister geführt, sondern habe auch die CDU-Fraktion auf den Plan gerufen. Deren Vorsitzender Michael Grötsch und der damalige Intendant Fritz Wendrich gründeten am 12.November 2002 zusammen mit weiteren Entrüsteten den „Förderverein der Staatsoperette Dresden e.V.“, der bereits drei Wochen später am 04. Dezember 2002 in das Vereinsregister eingetragen wurde. Eine der ersten neuen Amtshandlungen des Vereins sei der Druck des Flyers mit dem Aufruf „Operette im Zentrum“, dem Vorläufer des späteren gleichnamigen Logos, gewesen.

Nach weiteren Aktionen, darunter die Sammlung von 107.000 Unterschriften für den Erhalt der Staatsoperette auf öffentlichen Auftritten des Ensembles, z.B. am Wiener Platz, der habe der Stadtrat am 19. Dezember 2002 beschlossen, die Staatsoperette nicht zu schließen und einen neuen Standort zu suchen. Damit sei die Staatsoperette erst einmal gerettet gewesen. Gleichwohl sei dies aber nicht die einzige  Rettungsaktion geblieben.

Die finanzielle Machbarkeit der Umsetzung der Operette ins Zentrum  sei aber immer wieder in Frage gestellt worden. Schließlich hätten sich die Mitarbeiter der Staatsoperette in einem 2009 eigens dafür geschlossenen Haustarifvertrag bereitgefunden, bis 2021 auf 8 Prozent ihres Gehalts zu verzichten, wenn die Operette bis Jahresende 2016 im Zentrum eine neue Bleibe fände,. Insgesamt hätten die Mitarbeiter des Hauses über 12 Millionen Euro für den hiesigen Standort zusammengetragen; dies entspräche bei einer 12jährigen Theaterzugehörigkeit einem ganzen Jahresgehalt eines jeden einzelnen Mitarbeiters, so Thietz-Bartram, die ebenfalls zu erwartenden Renteneinbußen noch nicht einmal eingerechnet. Auf diese Weise hätten die Mitarbeiter circa 26 Prozent der gesamten Baukosten.getragen. Die Umsetzung dieses großartigen Projekts sei nun dank der Unterstützung der gesamten Belegschaft Wirklichkeit geworden.

Damit sei zwar ein wichtiges Ziel erreicht  worden, so Thietz-Bartram, allerdings sei damit der Vereinszweck noch nicht vollständig umgesetzt, die Staatsoperette bedürfe weiterer Unterstützung.

Thietz-Bartram weiter: „So wollen wir, nachdem die vom Förderforum dank Ihrer „Stuhlspende“ gestifteten „Akustik-Würste“ ihrer Bestimmung übergeben worden sind, die Aktivitäten der Staatsoperette hilfreich weiter befördern, nicht nur mittels Ko-Finanzierung des Jugend- und Musicalchores sdes Kinderchores, dessen Mitgliederzahl jetzt schon auf 38 Kinder angewachsen ist,  sondern auch durch Preisverleihungen das Haus weiter fördern und gedeihen lassen. Damit  wünschen wir uns und Ihnen, dass das Förderforum weitreichende Unterstützung auch von Ihnen erfährt – sei es durch Mitgliedschaft oder Spenden, es gibt noch „Stühle“ – damit wir diese Unterstützung der Staatsoperette zugutekommen lassen können. So freuen wir uns jetzt auf die Aufführungen der nächsten 25 Jahre, von denen wir schon heute eine Kostprobe erleben dürfen“.

VEREIN
 

Prof. Dr. Werner J. Patzelt ist der neue Vorsitzende des Förderforums
Das Förderforum der Staatsoperette Dresden e.V. hat eine neuen Vorsitzenden: Prof. Dr. Werner J. Patzelt. Zur Mitgliedervollversammlung am 29. Januar 2013 wurde er einstimmig gewählt und löst damit Manfred ten Bosch ab, der seit 2008 als Vorsitzender den Verein leitete. Mit großem und herzlichem Dank wurde ten Bosch für seine verdienstvolle Arbeit verabschiedet. Er setzte sich stets mit unermüdlichem Elan und Einsatz für das Haus und den neuen Standort im Zentrum Dresdens ein.
Prof. Dr. Werner J. Patzelt, der neue Vorsitzende des Förderforums, stellt sich gern seiner neuen Aufgabe: „Musik ist seit je Teil meines Lebens, die Überwindung der misslichen Trennung zwischen E- und U-Musik mir ein wichtiges Anliegen, und die Staatsoperette ist gerade dafür eine wichtige Einrichtung. Außerdem haben mir seit vielen Jahren ihre Aufführungen so viele schöne Stunden bereitet, dass ich mich nun gerne in ihren Dienst stelle – zumal jetzt, da der endlich beschlossene Weg der Staatsoperette ins Stadtzentrum tatkräftig in Politik und Öffentlichkeit zu begleiten ist“. Der 1953 in Passau geborene Patzelt studierte Politikwissenschaft, Soziologie und Geschichte, arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Passau, wo er 1984 zum Dr. phil. promoviert wurde. Nach einer sechsjährigen Beschäftigung als wissenschaftlicher Assistent habilitierte er sich 1990. In den folgenden zwei Jahren lehrte er als Gastprofessor an der Universität Salzburg (1990) und an der Technischen Universität Dresden (1991).
Prof. Dr. Werner J. Patzelt ist Gründungsprofessor des Dresdner Instituts für Politikwissenschaft und hat den Lehrstuhl für Politische Systeme und Systemvergleich seit 1991 inne. 1985 erhielt er den Kulturpreis Ostbayern für seine Dissertation über „Ethnomethodologie“, 1995 den Wissenschaftspreis des Deutschen Bundestages für seine Habilitationsschrift „Abgeordnete und Repräsentation“.
Aber Werner J. Patzelt hat auch ein großes Faible für die Musik: Er spielt als Kammermusiker und Solist Violoncello, ist seit über 35 Jahren als Chorleiter tätig und leitet die alljährlichen „Dresdner Chorwochenenden“ und „Schmochtitzer Chorwochen“.

10 JAHRE FÖRDERFORUM

„Es bleibt Fakt, die Operette bleibt für Dresden erhalten, weil eine Kunst- und Kulturstadt wie Dresden ohne sie undenkbar ist.“ Mit diesem Statement erinnerte der Gründungsvorsitzende Michael Grötsch an die Gründung des Fördervereins zum Erhalt der Staatsoperette vor genau 10 Jahren. Dies nahm das Förderforum der Staatsoperette Dresden zum Anlass, am 10. November 2012 sowohl mit den Mitgliedern als auch mit Mitarbeitern und Künstlern des  Ensembles das zehnjährige Bestehen zu feiern. Zum Beginn der Vorstellung „Im weißen Rössl“ gratulierte Kulturbürgermeister Dr. Ralf Lunau dem Verein zum erfolgreichem Einsatz für die Staatsoperette. Dabei gab er ein klares Bekenntnis zum Neubau ab, indem er der Hoffnung Ausdruck verlieh, in absehbarer Zeit das Publikum im Kulturkraftwerk Mitte begrüßen zu können. Im Anschluss an die Vorstellung überreichte die stellvertretende Vorsitzende Dr. Marlies Volkmer dem Solohornisten des Orchesters der Staatsoperette Dresden, Martin Brandenburger, den diesjährigen Förderpreis für Nachwuchskünstler. Der junge Musiker, dem die Überraschung ins Gesicht geschrieben stand, bedankte sich für große Ehre, die diesmal einem Künstler zu Teil wurde, der nicht auf der Bühne wirkt. Im Anschluss dankte Marlies Volkmer beim Empfang für die Mitglieder des Förderforums in der Kantine neben den Kollegen im Vorstand des Vereins vor allem auch den Mitarbeitern der Staatsoperette, die mit ihrem Tarifverzicht wesentlich dazu beitrügen, das erklärte Ziel des Förderforums, den Umzug der Staatsoperette in das Zentrum, in absehbarer Zeit Realität werden zu lassen. Intendant Wolfgang Schaller bedankte sich bei Michael Grötsch, nunmehr Wirtschafts- und Kulturbürgermeister in Mannheim,  für die weitsichtige Gründung des Vereins in einer Zeit, als die Existenz der Staatsoperette auf Messers Schneide stand. Er würdigte aber auch die immensen Anstrengungen aller Freunde und Förderer der Staatsoperette für den Umzug ins Zentrum und erinnerte auch an die breite Unterstützung und Sympathie der Dresdner Bevölkerung für „ihre“ Staatsoperette.

Fotograf: Stephan Floß

 

Ein Sprachrohr der Dresdner Bürger


Operette im Zentrum - diese Vision entspricht dem Willen der Dresdner Bürger. Ihr Sprachrohr ist das Förderforum der Staatsoperette Dresden e.V. Die stetig wachsende Gemeinschaft unterstützt im Sinn eines Bürgerschaftlichen Engagements den Umzug. Der Förderverein warb und wirbt in der Öffentlichkeit und bei den Entscheidungsträgern für das Projekt. Er schuf Bekanntheit und gab viele neue Impulse. Er akquiriert Spenden und motiviert Förderer, alles für den Umzug, für ein optimales bauliches Ergebnis, für einen künftigen Spielbetrieb auf höchstem Niveau.