Ein Traum ist wahr geworden

Dresdens neue Staatsoperette im Kraftwer Mitte

Wo einst der Strom für Dresden produziert wurde, wird jetzt das Publikum elektrisiert. Das einstige Kraftwerk Mitte ist das neue Zuhause der Staatsoperette Dresden. Auch das tjg. theater junge generation fand hier seinen neuen Standort. Gemeinsam markieren die beiden Theater der Landeshauptstadt die neue Mitte von Dresden.

Eine große Hoffnung hat sich erfüllt - die Staatsoperette Dresden hat endlich ihren Platz im Herzen der Stadt gefunden. Seit Jahrzehnten von den Dresdnern gewünscht und herbeigesehnt, ist im Dezember 2016 dieser Traum Realität geworden: Die Staatsoperette Dresden empfängt zukünftig ihr Publikukm im ehemaligen Heizkraftwerk Mitte in eine feuerroten Zuschauerraum, den sein Architekt Jörg Friedrich voller Begeisterung einen Vulkan nennt. Jahrzehntelang spielte das Ensemble im abgelegenen Stadtteil Leuben in einem Provisorium. Das ist nun vorbei. Wo noch bis vor Kurzem die denkmalgeschützten Industriebauten des einstigen Kraftwerks Mitte im Dornröschenschlaf vor sich hin dämmerten, entstand ein einzigartiger Standort für Kultur, Kunst und Kreativität. Das alles nur wenige Minuten vom Zentrum entfernt. Die wertvollen historischen Klinkerfassaden des 19. und frühen 20. Jahrhunderts wurden sorgfältig restauriert und um moderne Gebäude ergänzt. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Hochschule für Musik am Wettiner Platz präsentiert sich jetzt die neue Mitte Dresdens mit den Spielstätten der Staatsoperette Dresden und des tjg. theater junge generation.
In einem großzügigen Zuschauerraum miit moderndster Akustik verteilt auf Parkett und Rang begrüßt die Staatsoperette Dresden nun ihre Gäste und bietet ihnen Operette, Spieloper und Musical auf höchstem Niveau. Dass all das umgesetzt werden konnte, ist zum Großteil auch denen zu verdanken, die hier arbeiten. Seit 2009 verzichten die Mitarbeiter auf einen Teil ihres Gehalts. Dadurch konnten wir ein Viertel des neuen Theatergebäudes selbst zahlen. Eine Liebe zum Haus, die auch die Gäste während der Vorstellungen spüren werden.

Mit dem neuen Standort Kraftwerk Mitte ist ein Kulturstandort in zentrumsnaher Lage entstanden. Das Industrieareal wird aufgewertet und die historisch wertvolle Bausubstanz saniert und erlebbar. Insgesamt hat das Areal eine Fläche von 39 000 Quadratmetern. Baubeginn auf dem Gelände: 2012. Mit den Theaterstätten wurde im April 2014 begonnen.

Der Theaterbau besteht aus dem sanierten ehemaligen Maschinenhaus und einem Neubau. Die SO und die Große Bühne des tjg befinden sich im Neubau. Die Kleine Bühne, die Studiobühne des tjg und das Theaterfoyer sind im Erdgeschoss des Altbaus der ehemaligen Maschinenhalle angeordnet. Ein Probeturm, in dem alle Proberäume, für beide Theater übereinander "gestapelt“ sind, hat eine große, nach Westen ausgerichtete Glasfassade, das sogenannte "Schaufenster". Für jede der vier Bühnen gibt es eine zugeordnete Probebühne gleicher Größe. Im Herbst 2016 wurden die Spielstätten übergeben. Etwa zehn Millionen Euro Städtebaufördermittel flossen in das Bauvorhaben. Projektpartner und -träger sind die Landeshauptstadt Dresden und die Kommunale Immobilien Dresden GmbH und Co. KG.

Das Ensemble der Staatsoperette trifft hier auf das ebenso von der Landeshauptstadt Dresden getragene Ensemble des tjg. theater junge generation mit seinen drei Sparten – tjg. schauspiel, tjg. puppentheater und tjg. theater-akademie. Beide Ensembles freuen sich auf das künftige gemeinsame Wirken der beiden selbstständigen Theater unter einem Dach, auf den lebhaften Austausch untereinander und zwischen dem Publikum.
Nach dem Entwurf des erfolgreichen Architekten Prof. Jörg Friedrich verwirklichte die Ed. Züblin AG als Generalübernehmer den Beschluss des Stadtrates der Landeshauptstadt Dresden, für knapp 100 Millionen Euro neue Spielstätt en für die beiden Volkstheater Dresdens zu errichten. Seitens der Landeshauptstadt steuerte die eigens für dieses Projekt gegründete Kommunale Immobilien Dresden & Co. KG. die qualitäts- und termingemäße Umsetzung.

Feierliche Eröffnung am 16. Dezember 2016

Attraktives Spielplanangebot mit Operette, Spieloper und Musical
Am 16. Dezember 2016 haben das Ensemble der Staatsoperette Dresden zusammen mit dem tjg sein neues Haus mit einem Festakt eröffnet und sich anschließend seime Publlikum mit drei Eröffnungspremieren vorgestellt. Mit, der  Operette "Orpheus in der Unterwelt", dem Musical Wonderful Town und einer Eröffnungsgala stellt das Ensemble der Staatsoperette seine hohe künstlerische Leistungskraft unter Beweis. Daran anschließnend beginnt der regelmäßige Spielbetrieb, der neben Wiederaufnahme-Premieren des Repertoires attraktive Konzerte, begeisternde Neuinszenierungen und repräsentative Gastspiele bringen wird. Damit steht das attraktive Spielplanangebot in den Genres Operette, Spieloper und Musical den Dresdnern und allen touristischen Gästen nun mitten in der Stadt zur Verfügung.
Die große Bühne, ausgestattet mit einer Drehscheibe und modernster Technik, mit zwei Seitenbühnen und Hinterbühne, einer Drehscheibe mit Drehring, Podien und einem hohem Schnürboden ermöglichen alle Bühnenbildlösungen und Verwandlungen, die das Publikum heute zu Recht von einem großen Musiktheater erwartet und die die Zuschauer verblüffen werden. Eine moderne Beleuchtungsanlage, eine ausgefeilte Tontechnik und eine mobile Akustikvariante für Musical-Auführungen komplettieren die Ausstattung dieses zeitgemäßen Theaterneubaus. Großzügige Foyers mit breiten Zugängen, Fahrstühlen und einer optimalen Pausengastronomie empfangen die Besucher.
Mehrere Straßenbahnlinien, Buslinien und der nahe gelegene S-Bahnhof Dresden-Mitte, ein Taxihalteplatz und ein neu entstandener Parkplatz jenseits der Bahnlinie stellen zusammen mit dem fünfminütigen Fußweg zum Postplatz und der großen Nähe zu den innerstädtischen Gaststätten und Hotels hervorragende Voraussetzungen für einen bequemen Besuch des Theaters dar.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Rotes Theaterfeuer auf schwarzem Grund

Architekt Prof. Jörg Friedrich zu seinem Entwurf des Zuschauerraums

„Ein großer Theaterkomplex entsteht auf den Fundamenten des alten Kraftwerks. Der „Energiestandort“ wird zum neuen „Kulturstandort“. Mehr Energie kann es kaum geben. Was hat das mit dem Saal der neuen Staatsoperette zu tun? Es ist der Genius Loci des Kohlekraftwerks mit seinen verschütteten, gigantischen Feuerstellen, der Architektur inspirieren kann.
Und – es sind das Schillernde, das Mehrdeutige, das Spielerische, Hintergründige, auch das Laszive der Operette, die uns beinahe von selbst im künstlerischen Gestaltungsprozess des neuen Saales für die Staatsoperette beflügelt haben: Wir wollen einen Saal für siebenhundert Zuschauer entwerfen, der schon mit seiner ovalen Raumform einen eigenen, kräftigen Körper im Foyer sinnlich abbildet. Öffnen sich die Türen zum Saal, im Parkett oder im Rangfoyer, erfüllt eine tiefrote Theaterstimmung mit schwarzen Sitzen den Raum mit einer durchaus vertrauten Theatererwartung: Rot und Schwarz sind nicht nur seit Stendhals Liebesroman die sinnlichsten Theaterfarben schlechthin. Rot, das ist auch die Farbe der vielen französisch inspirierten Boudoirs in den Operettensujets, die mit ihren Verwirrungen und verdrehten Liebesgeschichten einen großen Teil der Operettenliteratur geprägt haben.
Der neue Saal der Staatsoperette wird deshalb zum roten Theaterfeuer, zum Boudoir, zum gefalteten, dramatischen Vulkan auf schwarzem Grund, ein Ort von versteckter und ambivalenter Sinnlichkeit: Ernst, seriös und dazu immer magisch, geheimnisvoll, verführerisch und damit – ein Raum für den heimlichen Geliebten jeder Zuschauerin, jedes Zuschauers: für eine Staatsoperette halt.“

Fieberhaft dem Endspurt entgegen

Außen schon fast fertig

Foyer noch als Baustelle

Der Zuschauerraum in Rot-Schwarz

Bühne derzeit Hauptbaustelle

Noch fehlen die Requisiten

Probenräume sind startklar

Der Baustand nach dem Richtfest

Die Baukosten für das Projekt belaufen sich auf 91 Mio Euro. Zusätzlich hat der Stadtrat 9,3 Mio Euro für die Modernisierung der Ausstattung für Staatsoperette und tjg. theater junge generation bewilligt. 15 Mio Euro Städtebaumittel sollen in das Bauvorhaben fließen.

Aktuell sind etwa 140 Bauarbeiter im Zweischichtsystem im Einsatz. 2000 Tonnen Bewehrungsstahl, 19 000 Kubikmeter Beton und 10 000 Quadratmeter Dachabdichtung werden verbaut. Die Corten–Stahl-Fassade wird 3500 Quadratmeter umfassen. Einzelheiten erfahren Sie über die Baustellen-Webcam!

Neubau: Die Bühnentürme haben ihre volle Höhe erreicht. Der Bühnenturm der Staatsoperette Dresden misst 31,30 Meter über Bühnenniveau, der Bühnenturm des tjg 26,35 Meter und der Probenturm 26,30 Meter. Die ersten Fenster sind eingebaut und bald werden die Dächer erkennbar sein. Eine Probe der Corten-Stahl-Fassade ist am Neubau bereits zu sehen. Sie benötigt etwa ein Jahr, bis die typische Rostentwicklung erreicht ist. Eine solche Fassade wird künftig den Sockel des Neubaus umschließen.

Maschinenhalle: Die Rohbauten der Studio- und der Puppenbühne sind beendet. Im Foyer haben die Arbeiter bereits die Besucher-Plattform errichtet. Derzeit wird die Haustechnik installiert.

Ehrlichstraße: Das denkmalgeschützte Gebäude an der Ehrlichstraße wird saniert. Hier sitzen künftig die Verwaltung der Theater und die Intendanz. Im Gebäude werden dafür Wände und Treppenaufgänge neu konzipiert. Der Rückbau ist beendet. Aktuell erfolgt der Innenausbau und die Dachsanierung.

Richtfest leitet zweiten Bauabschnitt ein

Auf dem Gelände des ehemaligen Heizkraftwerks Mitte entsteht in zwei Jahren Bauzeit bis Ende 2016 das neue Domizil der Staatsoperette und des Theaters der jungen Generation. Insgesamt investiert die Stadt Dresden rund 100 Millionen Euro in die Zukunft der sächsischen Landeshauptstadt. Dort wird sich bis Ende 2016 der Kunst-, Kultur- und Kreativstandort Dresdens entwickeln. Jetzt ist der nächste Schritt geschafft. Der Hochbau ist abgeschlossen. Die Bühnentürme ragen weit sichtbar empor. Am 20. August, wurde auf der Baustelle Richtfest gefeiert - als Dank des Bauherrn an die am Rohbau beschäftigten Arbeiter.

Nach einem musikalischen Auftakt durch den Chor der Staatsoperette Dresden dankte Erster Bürgermeister Dirk Hilbert allen Beteiligten, die mit vereinten Kräften dazu beigetragen haben, dass nun gemeinsam Richtfest gefeiert werden konnte: „Arbeit bei Wind und Wetter, Minusgraden, Sommerhitze, am Tag und in der Nacht. Jeder ein Spezialist bei seiner Aufgabe.. Bei diesem Projekt ging es nie darum, was nicht geht, sondern was machbar ist.

Axel Walther, Geschäftsführer des Bauherren Kommunale Immobilien Dresden GmbH & Co.KG (KID) meinte dazu: „Dass nicht nur kühne Optimisten, sondern auch wieder Realisten an den Übergabetermin glauben können, ist zwei Unternehmen zu verdanken: Dem Baukonzern Züblin und den Dresdner Stadtwerken (Drewag).“ Seiner Aussage nach hat Züblin beim Rohbau richtig gut vorgelegt, von drei Monaten Verzug, die beim Aushub der Baugrube entstanden waren, haben die Rohbauer schon zwei Monate aufgeholt. Wenn die Subunternehmer beim Innenausbau voll mitziehen, ist der eine Monat auch noch zu schaffen. Auch bei den Medien wie Strom und Wärme lägen die Stadtwerke im Zeitplan.

Nach Erläuterungen des Architekten Jörg Friedrich und einem Grußwort des Generalübernehmers Züblin, Torsten Teichgräber, sprach in einem feierlichen Akt Zimmermann Matthias Helbig den Richtspruch, ein Sektglas wurde zerschlagen und der Richtkranz fuhr nach oben. Der Chor der Staatsoperette Dresden schloss mit einem musikalischen Finale.

Der Intendant der Staatsoperette Dresden, Wolfgang Schaller rückte anlässlich des Richtfestes die Leistung der Bauleute in den Vordergrund: „Zu diesem feierlichen und schönen Anlass, sollen die fleißigen Handwerker einmal die erste Geige spielen. Deshalb richtet sich unsere besondere Anerkennung an alle Bauleute, die hier unser neues Theater errichten. Danke für Ihre Arbeit, wir sind sehr glücklich – ein weiterer Meilenstein ist geschafft.“

Grundstein für Neubau gelegt

Oberbürgermeisterin Melma Orosz mit dem letzten Schlag auf die Grundsteinplatte

Der nächste wichtige Schritt ist getan: Oberbürgermeisterin Helma Orosz konnte endlich zusammen mit dem Sächsischen Innenminister Markus Ulbig den Grundstein für die neue Spielstätte der Staatsoperette Dresden und des tig theaters der jungen generation legen. Am 8. Juli 2014 versenkten sie gemeinsam mit dem Projektleiter Axel Walther und den Intendanten Felicitas Loewe und Wolfgang Schaller im Beisein vieler Musiken, Schauspieler und Bauleute die verlötete Kupfer-Kapsel - gefüllt mit Tageszeitungen, Zahlmünzen, Bauunterlagen und den aktuellen Spielzeitheften der Theater - in den vorbereiteten Grundstein auf dem Gelände des Kraftwerks Mitte. Die Grundsteinkapsel enthält auch eine Liste der Spender, die bis zu diesem Zeitpunkt einen Stuhl für die Staatsoperette gespendet haben.

Oberbürgermeisterin Helma Orosz: „Heute endet eine Debatte, in der viele Vorschläge, Ideen und Varianten gesagt, geprüft und auch wieder verworfen wurden. Das Schicksal, insbesondere der Operette, bewegt die Dresdner und deren gewählte Vertreter eigentlich schon seit 1990. Es waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Staatsoperette selbst, die mit ihrer Verbundenheit zu ihrem Haus den entscheidenden Anstoß gegeben haben. Ihr Gehaltsverzicht zugunsten einer neuen Spielstätte hat den heutigen Tag finanziell wie politisch erst möglich gemacht. Ich bin sehr froh, dass bei diesem gewaltigen Vorhaben die Fraktionen des Stadtrates zu jedem Zeitpunkt gemeinsam mit der Verwaltung an einem Strang gezogen haben. Die Operette verlässt Leuben und das Theater Junge Generation zieht aus Cotta in die Stadtmitte. Ich freue mich auf die ersten Vorstellungen 2016 und wünsche den Bauleuten, Architekten und Planern eine glückliche Hand und einen unfallfreien Bauverlauf".

Mit dem Spatenstich beginnt der Traum Realität zu werden

»Ein langer, steiniger Pla­nungs­pro­zess liegt hinter uns. Wir sind einfach nur glücklich, dass wir in Zukunft an diesem ganz beson­deren Ort inmitten der Stadt eine neue Mög­lich­keit haben, uns zu entfalten. Der Bau ist ein wichtiger Impuls für Dresden als Kultur- und Kunst­stadt!« Mit diesen Worten rammte Felicitas Loewe vom theater der jungen generation ihren grünen Spaten in den Boden .»Endlich werden wir die Insze­nie­rungen so gestalten können, wie es an anderen Häusern selbst­ver­ständ­lich ist. Ich freu‘ mich sehr auf das zukünf­tige Mit­ein­ander!« kommentierte der Intendant der Staatsoperette Wolfgang Schaller im Beisein von KUlturbürgermeister Dr. Ralf Lunau voller Tatendrang die Worte seiner Kollegin, als er neben Felicitas Leowe seinen meganta Spaten zum ersten Spatenstich im Karaftwerk Mitte ansetzte.

Die Inten­danten, denen die Erleichterung über den endgültigen Baueginn deutlich anzusehen war, freuen sich, dass sich nun bald die Baukräne auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände drehen werden und die Realsierung des lang gehegten Traumes langsam Gestalt annimmt. So viel Far­ben­viel­falt haben die alten Mauern des Maschi­nen­hauses des Kraft­werks Mitte wohl selten gesehen. Ensemble-Mit­glieder der Staats­ope­rette und des Theater Junge Gene­ra­tion durften am 11. April 2014 mit bunten Kostümen und vielen Luftballons den Baubeginn ihrer gemein­samen neuen Spielstätte. Es war der Startschuss für eine für zwei Jahre geplante Bauzeit bis beide Häuser Ende 2016 ins neue Domizil einziehen können.3 Tage später begannen die ersten vor­be­rei­tenden Arbeiten für den Rohbau und den Aushub der Baugrube.

DER MASTERPLAN

Interview mit Reiner Zieschank (ehemaliger Sprecher der DREWAG-Geschäftsführung)

Herr Zieschank, geht die Operette mit 65 Jahren jetzt in Rente?
Nein, für die Operette beginnt ein neuer, äußerst spannender Lebensabschnitt. Genau genommen beweist der Geburtstag, dass die oft tot gesagte Musiksparte ein enormes Durchhaltevermögen hat. Ich freue mich sehr, dass das Haus endlich sein Nachkriegsprovisorium beenden kann. Glückwunsch!

Schon oft wurde den Zuschauern und dem Ensemble versprochen, dass das Provisorium in Leuben ein Ende hat und das Haus in die Stadtmitte umzieht. Was macht Sie so sicher, dass es jetzt klappt?
Sicher sollte man sich nie sein, das trübt die Sinne. Aber diesmal wird es klappen, weil es der Wunsch der Dresdner ist. Zudem beschlossen die Stadträte mehrheitlich, dass es eine neue Operette im Bunde mit dem TJG geben soll und die Planungen für das Drewag-Gelände am Wettiner Platz sind inzwischen enorm vorangeschritten. Allerdings möchte ich an dieser Stelle nicht verhehlen, dass ich mir noch mehr Plätze im Neubau für die Operette gewünscht hätte, um wirtschaftlich auch in Blickrichtung Musicaltheater noch flexibler zu werden.

Welches Interesse treibt Sie als Unternehmer, das Drewag-Grundstück für die Operette herzurichten?
Zum einen sind wir als kommunales Unternehmen daran interessiert, dass am Rande der Altstadt, an der Grenze zur Friedrichstadt, Dresden ebenfalls pulsiert. Bisher ist hier eine eher tote Ecke. Zum anderen ist diese Investition für die Zukunft der Operette wichtig und auch für uns wirtschaftlich interessant.

Warum?
Auf diesem Gelände schlägt nach wie vor das Herz der Drewag, hier befindet sich unsere Netzleitstelle. Aber hier befinden sich eben auch mehrere Gebäude, die bisher ungenutzt sind. Mit der Operette existiert endlich ein attraktiver Ankernutzer, der das Gelände aufwertet und für die Dresdner, Gäste und die Kreativen der Stadt zu einem neuen Anziehungspunkt werden lässt.

Wollen Sie jungen Unternehmern der Kreativwirtschaft Flächen vermieten?
Ja. Hier wird ein kulturelles Zentrum entstehen, der Bau der neuen Operette ist die Initialzündung. Und wir wollen neben den Theatern für junge Medienunternehmer, Filmer, Grafiker, Fotografen, Programmierern, Veranstaltern und anderen ein Zentrum schaffen, das die Chance bietet, gegenseitig voneinander zu profitieren.

Wie viel Geld geben Sie dafür aus?
1,5 Millionen Euro allein noch in diesem Jahr. Wir werden damit die Gebäudesanierung starten, um bald erste Räume anbieten zu können. Beispielsweise planen wir, in einem der Gebäude eine bekannte Sammlung unterbringen zu können, in unserer Alten Villa ist ein Kindergarten konzipiert, die Musikhochschule hat großes Interesse signalisiert – insgesamt gibt es Bewegung im Areal.

Wollen Sie als Drewag selbst bauen?
Für die Umsetzung des Operetten- und TJG-Projektes zeichnet die Stesad verantwortlich, die Gesamtkonzeption für das Gelände ist unter unserer Mithilfe entstanden. Ob wir auf dem Gelände ein eigenes, modernes Gebäude als Firmensitz, den wir bisher nur in angemieteten Flächen haben, bauen, ist eine weitere Option. Das ist noch nicht bis zu Ende gedacht, aber durchaus denkbar.

Herr Zieschank, danke für das Gespräch
Interview: Peter Ufer
 

Belegschaft der Staatsoperette legte mit den Grundstein

"Morgen, morgen, sind wir vielleicht schon geborgen!" Hoffnungsvoll - wie in Albert Lortzings "Wildschütz" - blickt das Ensemble nun hoffnungsvoll in die Zukunft. Immer wieder Versprechungen - immer wieder Enttäuschungen - Die Ensemble-Mitglieder erlebte alle Höhen und Tiefen dieser Kultur-Odyssee.Endlich wird sich die Hoffnung erfüllen: Die neue Operette wird im ehemaligen Heizkraftwerk Mitte entstehen. Das Industriedenkmal aus dem 19. Jahrhundert versorgte bis 1994 Dresden mit Strom. Inzwischen beherbergt es schon das Dresdner Energie-Museum der DREWAG. Und bald wird das Areal am Wettiner Platz auch Kulturstandort sein - mit der Dresdner Staatsoperette und dem Theater Junge Generation. Für die Operette wird das ehemalige Maschinenhaus genutzt, erweitert durch einen Anbau für den Zuschauerraum.

Die Belegschaft der Operette tat selbst viel für ihr Geborgen-Sein von morgen: Sie unterstützt den Neubau mit Lohnverzicht. Ein Haustarifvertrag regelt bis 2021 die Reduzierung des jährlichen Einkommens um 8 Prozent. Persönliche Opferbereitschaft für die Zukunft der Arbeitsplätze und einer vielfältigen Kultur in Dresden gleichermaßen. Mit 13,4 Mio Euro werden die Mitarbeiter einen unübersehbaren Anteil zur Finanzierung ihres neuen Hauses aufbringen.