Konzert-Matinee 2018 für Stuhlspender

Zum zweiten Mal lud die Staatsoperette Dresden die bisherigen Spender der Aktion »Ihr Name auf einem Stuhl« zu einer Konzert-Matinee ein, bei der die Stuhlpaten die Gelegenheit hatten, Ausschnitte aus dem Neujahrskonzerts von ihrem "eigenen" Stuhl aus erleben zu dürfen. Intendant Wolfgang Schaller hieß dazu am 7.Januar 2018 zahlreiche Stuhlspender und Mitglieder des Förderforums zur Matinee unter dem Motto "Johann Strauß trifft Gioachino Rossini" herzlich willkommen.

Natürlich ging Wolfgang Schaller auf die Auswirkungen der folgenschweren Havarie am 18. Oktober 2017 ein. Er bedankte sich bei allen, die an der Bewältigung dieser nach dem Umzug ins neue Haus größten Herausforderung tatkräftig mitgeholfen haben, allen voran beim technischen Personal der Staatsoperette, beim gesamten Ensemble und auch beim Verwaltungspersonal. Alle hätten ihren Beitrag dazu geleistet, zunächst einen eingeschränkten Spielbetrieb zu ermöglichen und um schnellmöglich den regulären Spielplan wieder aufzunehmen. Besonders bedankte sich Wolfgang Schaller auch beim der Stadt Dresden und dem Vermieter für die großzügige Unterstützung bei der Beschaffung neuer Beleuchtungstechnik, deren Beschädigung nicht komplett durch die Versicherung gedeckt ist. Die kurz vor der Havarie gelieferten Scheinwerfer wurden durch das infolge der Havarie aus dem Bühnenvorhang ausgeschwemmte Salz so arg in Mitleidenschaft gezogen worden, dass eine Reparatur nicht mehr sinnvoll erschien. Nicht zuletzt dankte er sich auch beim Publikum. das der Staatsoperette auch während des eingeschränkten Spielbetriebs die Treue gehalten hatte.

Schließlich richtete Wolfgang Schaller den Blick in die Zukunft. Ab 3. Februar 2018 stünde nun endlich wieder die gesamte Bühne zur Verfügung, sodass an diesem Tag mit nur einwöchiger Verspätung mit Frau Luna die erste Premiere dieser Jahres im besten Sinne des Wortes über die Bühne gehen könne. Genau vier Wochen später folge dann die Welturaufführung des Nachbarschafts-Musical Zzaun!, deren Premiere Ende Oktober des vergangenen Jahres der Havarie unmittelbar samt Bühnenbild zum Opfer gefallen war. Am 18. März finde die Wiederaufnahme-Premiere des Bernstein-Musicals Candide statt, bevor man ab April wieder in den normalen Spielplan einsteigen könne. Am 28. April folgt wie geplant die Premiere von Brechts Dreigroschenoper und schließlich als letzte Premiere der Spielzeit am 30. Juni  Emmerich Kalmanns Cárdásfürstin.

"Das ist der Vorteil der Künstler, sie können ihre Reden frei halten, ein Professor dagegen ist auf sein Manuskript angewiesen, deswegen heißt es ja schließlich auch Vorlesung!" Mit diesen Worten begrüßte der Vorsitzende des Förderforums der Staatsoperette Professor Werner Patzelt die Gäste der diesjährigen Matinee. Er erinnerte daran, was man als Mitglied des Förderforums oder als Freundin oder Freund der Staatsoperette alles tun könne, um die Operette zu unterstützen, nicht nur in schweren Zeiten wie in den zurückliegenden zweieinhalb Monaten. Das beginne damit, dass man täglich gute Worte über die Staatsoperette verliere, nicht nur im Freundeskreis. Weiterhin sei dies durch den regelmäßigen Besuch von Vorstellungen möglich, möglichst zusammen mit Eltern, Großeltern, Kindern, Angehörigen und Freunden, ebenso durch kleine oder auch größere Spenden oder durch eine Mitgliedschaft im Förderforum der Staatsoperette Dresden. Die Krönung sei schließlich die Patenschaft für einen Stuhl im Zuschauerraum, mit eigenem Namensschild und garantiertem Sitzplatz bei ausgesuchten Veranstaltungen wie beispielsweise bei der heutigen Matinee. Rund einhundert Stühle seinen noch zu haben, deren Messingschild noch auf die Gravur mit dem Namen des Spenders warte.

Die Mitgliedsbeträge verwende man zum Beispiel auch für jährlich Preise, wie z.B. den Nachwuchspreis für junge Künstler, den im letzten Jahr die heutige Solistin Elvira Hasanagic erhalten habe. Mit den Spendengeldern konnte beispielsweise eine technische Vorrichtung wie die variable Akustik angeschafft werden, die über nur wenige Häuser verfügen. Diese erlaube es, mikrofonverstärkte Musicalaufführungen mit ebenso guter Akustik erleben zu können wie klassische ohne moderne akustische Mittel aufgeführte Konzerte, Opern und  Operetten. Im Sommer sei seine moderne Übertitelanlage hinzu gekommen, die es ermögliche, bei ausgewählten Produktionen die gesungenen und gesprochenen Texte auf Deutsch und Englisch mitzulesen. Dies erlaube auch dem fremdsprachigen Publikum an jenem Situations- und Wortwitz teilzuhaben, der alle drei an der Staatsoperette beheimateten Genres kennzeichne. Da auch weiterhin Bedarf an modernen Ausstattungselementen wie die genannten bestehe, um sich unter bestmöglichen Bedingungen an unterhaltendem Musiktheater erfreuen zu können, lud Professor Patzelt alle Gäste ein, als aktives Mitglied oder Stuhlspender ihren Beitrag dazu zu leisten, dass dem einzigen Operettenhaus Deutschlands weiterhin alle technischen und künstlerischen Entwicklungen offen stünden, um sowohl dem heimischen Publikum wie auch den zahleichen Gästen der Landeshauptstadt einen Kunstgenuss auf höchstem Niveau bieten zu können.

Der Musikalische Leiter Andreas Schüller führte auf sehr unter-haltsame und  aufschlussreiche Weise durch die Begegnung zwischen Johann Strauß und Gioachino Rossini, wenngleich sich die beiden nie persönlich getroffen haben. Mit Rossini verbindet man zu Recht der Übergang von der „Klassik“ zur „Romantik“. Ihn und den Wiener Walzerkönig in einem Konzert zu vereinen ist ein reizvolles und spannendes Erlebnis, gibt es doch beim genauen Hinhören einige Gemeinsamkeiten. Genauso reizvoll war es für die Zuschauer auch, das Orchester der Staatsoperette mit dem Vorsitzen-den des Förderforums Professor Werner Patzelt zu vereinigen. Hier ein ausgewöhnlicher Klangkörper auf höchstem Niveau, der mit allen Formen musikalischer Unterhaltung bestens vertraut ist, dort ein begnadeter Hobbymusiker, aktiver Cellist und erfahrener Chorleiter, der alljährlich ein Chorwochenende veranstaltet und dort ganze Opern einstudiert, die er dann selbst am Pult dirigiert. Er könnte ebenso Professor an der Musikhochschule sein. Ursprünglich wollte Werner Patzelt Musik studieren, bevor ihn eine Fügung des Schicksals die Politikwissenschaft einschlagen ließ. So war es ganz und gar nicht überraschend, dass Andreas Schüller beim Sächsischen Kürassier-Marsch Professor Patzelt den Taktstock überließ, der am Pult das Orchester der Staatsoperette bravourös durch diesen 1852  in Dresden uraufgeführten Marsch führte, den Johann Strauß seinerzeit dem Regiment „König von Sachsen“ widmete.

Gala-Matinee „Ihr Name auf einem Stuhl“ als Auftakt für das Jahr 2017

Am ersten Januar-Sonntag lud die Staatsoperette Dresden alle bisherigen Spender der Förderforums-Aktion »Ihr Name auf einem Stuhl« zu einer exklusiven Gala-Matinee ein. Alle Stuhlpaten hatten an diesem Vormittag die Gelegenheit, die Vorstellung von dem Theaterstuhl aus, der mit ihrem Namensschild versehen ist, zu genießen. Die erste Spendengala im neuen Haus stand ganz vom Motto "Wir haben es geschaftt!", Erleichterung, Stolz, Dankbarkeit und Freude auf das Kommende stand allen Besuchern ins Gesicht geschrieben. Über 530 Stühle warteten darauf, dass ihre Spender zum zweiten Mal darin Platz nahmen. Zur Begrpßung dankte der Intendant Wolfgang Schaller nochmals allen Spendern für ihren Beitrag zum endlich vollzogenen Umzug der Staatsoperette in das Zentrum.  Aber die Spender konnten ihren auch eigenen Beitrag zum ersten Mal optisch und akustisch erleben. Dazu mussten sie ihren Blick kopfüber zur Decke des Zuschauersaals richten, wor Beleuchtungsbrücken und Scheinwerfersysteme das Bild beherrschen. Wolfgang Schaller präsentierte den Matinee-Gästen an der Decke neben den Beleuchtungsbrücken beide Elemente der neuen variablen Akustik, die das Förderforum aus den bisherigen Stuhlspenden finanziert hat.

Prof. Werner Patzelt stand die Freude über das neue Haus förmlich ins Gesicht geschrieben, als er vor allem die Stuhlspender auf den über 500 Stühlen mit Namnsschildern begrüßte, Er bedankte sich bei ihnen für die großzügige Geste, mit der die Spender ihre Verbundenheit mit der Staatsoperette dokumentieren und auch in Zeiten der Ungewissheit fest an die Zukunft der Staatsoperette im entrum der Stadt glaubten.Er dankte aber auch den politisch Verantwort-lichen der Stadt Dresden, allen voran der ehemaligen Oberbürgermeisterin Helma Orosz, Sein besonderer Dank galt dem Intendanten der Staats-operette, der quasi in sein Funktion berufen worden sei, als das Ende der Staatsoperette politisch so gut wie besiegelt war. Er war es, der alles Erdenkliche in Bewegung setzte, um letztendlich erfolgreich die Kommunal-politiker zum Umdenken zu bewegen. Und er holte sogar alle Mitarbeiter der Staatsoperette mit ins Boot, die mit ihrem jahrelangen Verzicht auf Teile ihres Gehalts rund 12 Millionen Euro zum Bau der neuen Operette beigesteurt haben. Aber auch an den Architekten Jörg Friedrich, an die Firma Zülin AG als ausführendem Unternehmen,an dias Akustikbüro ISRW (Institut für Schalltechnik, Raumakustik und Wärmeschutz), an den Akustikspeialisten Gerriets sowie an die KID (Kommunale Immobilien Dresden GmbH & Co. KG) richtete Werner Patzelt seine liebvoll formulierten Dankesworte.

Das Publikum erlebte auf der Bühne Solisten, Chor, Ballett und Orchester des Hauses.mit mit.einen Ausschnitt aus der Eröffnungsgala, die am 30. Dzember Premiere gefeiert hatte. Es waren die bekanntesten Melodien aus den Musical CABARET, PARDON MY ENGLISH, WEST SIDE STORY, EVITA, ANYTHING GOES und ANNIE GET YOUR GUN sowie aus de Operetten DIE FLEDERMAUS, GIUDITTA, IM WEISSEN RÖSSL und DIE LUSTIGE WITWE zu hören. Auf dem Programm standen Ausschnitte aus der Eröffnungsgala mit Solisten, Chor, Ballett und Orchester des Hauses. Höhepunkte des Programms waren aber auch besondere Auszeichnungen Förderforums der Staatsoperette an zwei sichtlich überraschte Preisträger.  Mario Radicke erhielt aus der Hand der zweiten Vorsitzenden Dr. Marlis Volkmer den Preis "Hinter den Kulissen" für seine Verdienste bei der Planung und beim Umzug der neuen Staatsoperette.

Helma Orosz erhielt den Ehrenpreis »Eliza«, eine neu gestiftete Auszeichnung des Förderforums der Staatsoperette Dresden. Überreicht wurde dieser von Prof. Dr. Werner J. Patzelt, dem Vorsitzenden des Förderforums, der in seiner Laudatio das unermüdliche und  fortwährende Engagement von Helma Orosz würdigte, die als Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Dresden die Realisierung des Neubaus der Staatsoperette aktiv vorangetrieben hat. Sie habe  immer fest an die Zukunft der Operette geglaubt und dies auch mit der Übernahme der Schirmherrenschaft für die Spendenaktion "Ihr Name auf einem Stuhl" zum Ausdruck gebracht.

Am Ende der Matinee warb der Stellvertretende Vorsitzende des Förder-forums Dr. Jochim Thietz-Bartram um weitere Spenden für ein neues Projekt - die Finanzierung einer Übertitelanlage. Damit muss sich die Staatsoperette mit ihren dialogreichen Aufführungen in deutscher Sprache in der Tourismuswerbung künftig nicht mehr nur auf den deutschsprachigen Raum beschränken. Dazu böten die rund 150 Stühle auf dem Rang, ohne Namensschild eine gute Gelegenheit, sie warten noch darauf, dass bei der nächsten Matinee im Januar 2018 ihre neuen Spender auf ihnen Platz nehmen.

Matinee am 10. Januar 2016

Abschieds-Matinee in Leuben

Die diesjährige Matinee stand ganz im Zeichen des bevorstehenden Abschieds von der Spielstätte in Leuben und der Vorfreude auf die neuen Möglichkeiten im Kraftwerk Mitte in der kommenden Spielzeit. Intendant Wolfgang Schaller stimmte zum Beginn des "Jahres des Neubaus" die Besucher auch visuell auf den Umzug in die neue Spielstätte am Wettiner Platz ein.

Anhand von eindrucksvollen Dias erläuterte er dem interessierten Publikum die zahllosen technischen Raffinessen im Kraftwerk Mitte u.a.eine Drehscheibe, auf der mit zwei Bühnenbilden gleichzeitig gearbeitet werden könne, und ein geräumiger und variabel gestaltbarer Orchestergraben. Er wies allerdings auch auf einen Wermutstropfen hin, den es noch zu beseitigen gelte: Zwar sei der neue Saal für Operetten- und Opernaufführungen geradezu perfekt gestaltet, böte jedoch für das Genre Musical, einem immer wichtiger werdenden Bestandteil des Repertoires, nicht die erforderlichen akustischen Bedingungen.

Diesem Manko abzuhelfen hat sich das Förderforum der Staatsoperette verschrieben. In der letzten Mitgliederversammlung haben sich die Mitglieder mehrheitlich dafür ausgesprochen, mit Hilfe des Förderforums auch für das Genre Musical die erforderlichen akustischen Voraussetzungen zu schaffen. Dazu hatte man zur Matinee den Leiter des Instituts für Schalltechnik, Akustik und Wärmeschutz, Gernot Kubanek aus Düsseldorf eingeladen. Kubanek wies darf hin, dass die klassische Operette eine natürliche Akustik mit opitmaler Nachhallzeit erfordere. Dies werde im neuen Haus auf vielfältige Weise erreicht, z.B. mit einem steiler ansteigenden Zuschauerraum, mit akustistisch optimierter Bepolsterung der Stühle und mit Hilfe von unterschiedlichsten Akustikelementen an Wänden und Decken, die je nach Nähe zum Orchester die Lautstärke gezielt verstärkten oder abschwächten. Bei Operetten- und Opern-aufführungen müsse gewährleistet werden, dass es von jedem Punkt der Bühne aus eine optimale Balance von Orchester und Sänger gebe.

Beim Musical dagegen würden die meisten Instrumente wie Gitarren und Synthesizer elektronisch verstärkt und die Sängerinnen und Sänger gäben über Mikrofon ihr Bestes. Beim Einsatz von elektronischer Verstärkung müsse aber der bei der Operette gewünschte entstehende Nachhall unbedingt ausgeschaltet werden. Dies ermöglichten vor allem variable schallabsorbierende Elemente im Deckenbereich, die sogenannten "Akustikwürste". Die für diese variable Akustikausstattung von der Stadt nicht zur verfügung gestellte Investitionssumme wolle nach den Worten des Vorsitzenden Werner Patzelt das Förderforum stemmen, dafür sei das durch die Stuhlspenden eingesammelte Geld sowie ein Großteil der übrigen Spenden vorgesehen. Voraussetzung sei aber, dass alle 700 Stühle "verkauft" würden.

Er rief deshalb die Gäste der Matinee sowie deren Freunde und Bekannte dazu auf, sich noch schnell einen der leeren Stühle bzw. einen zweiten Stuhl für ein Namenschild zu sichern. Besonders lobend hob er hervor, dass es derzeit Initiativen gebe, ganze Stuhlreihen für bestimmte Berufsgruppen zu sichern. Die Stollenbäcker, die anlässlich der Matinee 16 Stühle spendeten, hätten dazu einen lobenswerten Anfang gemacht. Aber auch Musiker, Handwerker, Juristen und Firmeninhaber seien auf dem besten Weg dazu sich jeweils in einer eigenen Stuhlreihe zusammen zu finden. Er wolle sich deshalb weiter gerne im Zweitberuf als "Operettenstuhl-Fachverkäufer"  einbringen, bis der letzte Stuhls einen Besitzer gefunden habe.                                          Fotos: Michael Schmidt

Matinee Januar 2015

Ingeborg Schöpf und Richard Samek verlesen alle Spender seit Mitte November 2014, die auch jeweils 2 Freikarten für die Matinee erhielten. Unter den neuen Stuhl- paten wurden zwei Freikarten für den Operettenball verlost. Das Losglück traf das Freitaler Ehepaar Hoffmann, das als Ehrengäste zum Operettenball im Hotel Kempinski im Taschenbergpalais teingeladen wurde.

Matinee Januar 2014

Matinee Januar 2013